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Eisblumen
auf der Heckscheibe eines Autos
Eisblumen
sind nichts anderes als Eiskristalle, die sich im Aufbau
befinden. Man spricht dabei von "Kristallskeletten" oder
"Dendriten". Im Solnhofener Schiefer wurden sie lange
Zeit als versteinerte Farne bezeichnet. In Wirklichkeit
handelt es sich um Manganoxid - Dendriten, die sich
einst als Manganoxid-Hydrate einlagerten und im
Laufe der Verdunstung des Wassers begannen zu
kristallisieren.
Der
Kristallisationsprozess ist dabei gewissen
Gesetzmäßigkjeiten unterworfen. Es gilt als wichtigstes
Ziel das Maß der Unordnung (Entropie) auf ein Minimum zu
beschränken. Doch der Geist ist willig, das Fleisch ist
schwach. Bei dem Kristallwachstum gilt auch diese Regel:
Geringe Schwankungen von Druck, Temperatur und
chemischer Zusammensetzung lassen nicht den
Idealkristall entstehen, sondern nur im besten Falle den
idealen Realkristall. Vergleichbar mit dem Bemühen
engagierter Politiker wirklich etwas zu verändern, um
später resigniert festzustellen, dass die Lobbyisten bei
dem Gesetz wieder einmal gewannen und alles bereits
abgesprochen war, und nun von ihnen verlangt wird, dass
sie dem Betrug freudig zustimmen. Lediglich die
ursprüngliche Absicht ist dann noch erkennbar. So ist
das auch bei den Eisblumen, besonders den einzelnen
Eiskristallen. Sie lassen eine gewisse Symmetrie
erkennen, sind aber stets in Details voneinander
verschieden. Wir befinden uns daher im Grenzbereich
zwischen Ordnung und Chaos.
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